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CAMILLE PISSARRO
Saint-Thomas 1830-1903 Paris
Pièce d'eau à Kew, Londres
Unten links signiert "C. Pissarro" und datiert "1892". Rückseitig alte Etikette mit der Bezeichnung "2884 Pissarro La pièce d'eau à Kew". Ferner zwei alte Etiketten der Galerie A. Gattlen, Lausanne, mit Angaben zum Künstler und Werk. Eine davon mit der Bezeichnung "Monet à Picasso, 8 juin-6 juillet 63 Pissarro No. 17 du Cat.".
Öl auf Lwd., 46 x 55 cm
CHF 600'000 / 800'000
EUR 461'538 / 615'385
USD 545'455 / 727'273
Sold for (incl. buyers premium) CHF 908'800 | EUR 699'077 | USD 826'182
Literature:
Ludovic Rodo Pissarro und Lionello Venturi, Camille Pissarro, 2 Bde., 1. Aufl., Paris 1939, Reprint San Francisco 1989, Nr. 801 mit Abb. Janine Bailly-Herzberg, Correspondence de Camille Pissarro, 4 Bde., Paris 1980/1990, Bd. 3, Nr. 872, S. 312, (Nr. 20) Ebd., Nr. 971, S. 410 (Nr. 15) Galerie Gattlen, Lausanne (Hrsg.), De Monet à Picasso, Lausanne 1963, S. 8, Nr. 17 mit Abb. Joachim Pissarro und Claire Durand-Ruel Snollaerts, Pissarro, Critical Catalogue of Paintings, Paris 2005, 3 Bde., S. 622, Nr. 950 mit Abb.
Exhibition: Galeries Durand-Ruel, Paris, 4e Exposition particulière de Camille Pissarro, März 1893, Nr. 7 (Kat.)
Galeries Durand-Ruel, Paris, Tableaux pastels et gouaches, par C. Pissarro, Jan.-Feb. 1921, Nr. 33 (Kat.)
Galeries Durand-Ruel, Paris, Tableaux par Camille Pissarro, Feb.-März 1928, Nr. 58 (Kat.)
Galerie M. Knoedler, London, Peintures par Sisley et Pissarro, Juli 1934, Nr. 19
Palais Galliera, Paris, Londres vue par les peintures françaises XIXe et XXe siècles, 8. Mai-10. Juni 1945, Nr. 18
Institut français, London, London Seen by French Painters of the XIXth and XXth centuries, 4. März-13. April 1946, Nr. 82.
Provenance: Von Durand-Ruel, Paris 1893 direkt beim Künstler gekauft. Bis 1946 war es in dessen Besitz.
Durch A. Tooth & Sons, London 1950 verkauft an Sir Alexander Korda, Grossbritannien.
Anschliessend bei Dr. Willy Raeber, Basel und Galerie A. Gattlen, Lausanne (18. November 1965).
Zuletzt in Schweizer Privatsammlung
Camille Pissarro (1830-1903) weilte seit seinem ersten Aufenthalt - seiner Flucht vor dem deutsch-französischen Krieg im November 1870 - oftmals in London. Hier wurde auch der Kunsthändler Paul Durand-Ruel (1831-1922) auf ihn aufmerksam, der zukünftig sein Förderer wurde, ihm etliche Bilder abkaufte und häufig Ausstellungen für ihn organisierte.
Obwohl nicht ohne Grund Durand-Ruel der Galerist der Impressionisten genannt wird, blieben trotz Durand-Ruels Bemühungen und zahlreich organisierten Ausstellungen die meisten Kunstwerke zunächst unverkäuflich. Erst durch die Verbindung zu wohlhabenden amerikanischen Sammlern, die an seinen impressionistischen Bildern interessiert waren und sie ihm in grosser Zahl abkauften, genoss der Galerist seit Ende der 1880er Jahre internationalen Ruf und sicherte sich fortan dauerhaften finanziellen Erfolg. In der Zeit von 1891 bis zu seinem Tod 1922 verkaufte Durand-Ruel etwa 10'000 Gemälde und organisierte über 200 Ausstellungen. Danach kamen schätzungsweise ein Drittel aller impressionistischen Gemälde durch seine Galerie zum Verkauf, wovon auch Pissarro profitierte.
Bereits in den 1870er Jahren hatte Pissarro zwar zu den treibenden Kräften des aufblühenden Impressionismus gehört, dennoch hatte er verzweifelt um Verkäufe und um den Lebensunterhalt für sich selbst und seine Familie kämpfen müssen. Trotz wohlwollender Kritiken dann in den 1880er Jahren war ihm weiterhin der Durchbruch beim Käuferpublikum versagt geblieben. Erst die 1893 durch Durand-Ruel veranstaltete umfassende Retrospektive seines Werkes gelang Pissarro schliesslich der Durchbruch. Dort wurde auch das hier präsentierte Gemälde "Piège d'eau à Kew, Londres" erstmals öffentlich gezeigt.
Die Gemälde der 1890er nehmen einen wichtigen Platz innerhalb Pissarros Oeuvre ein. Während er in den 1880er Jahren mit dem Pointillismus und Neo-Impressionismus experimentierte, ging er mehr und mehr dazu über, seinen ursprünglichen, freieren Impressionismus wieder aufzunehmen. Auch wenn er noch immer die Farbpalette des Neo-Impressionismus beibehielt, so wurde doch sein Malstil zunehmend kühner, zugleich jedoch sicherer, ruhiger und gleichmässiger. Auf dem hier präsentierten Gemälde "Piège d'eau à Kew, Londres" ist diese Entwicklung im Malstil deutlich auszumachen, wodurch es zum herausragenden Alterswerk, das den Künstler noch heute nachhaltig auszeichnet, gerechnet werden kann.
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