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MARIANNE VON WEREFKIN
Tula 1860-1938 Ascona

Bildnis der Vera Repin

Unten rechts in Kyrillisch signiert und datiert "18 3./V. 81".
Öl auf Lwd., 89 x 58 cm

CHF 40'000 / 60'000
EUR 30'769 / 46'154
USD 36'364 / 54'545

Sold for (incl. buyers premium)
CHF 45'600 | EUR 35'077 | USD 41'455


Literatur:
Bernd Fäthke, Marianne Werefkin, Leben und Werk 1860-1938, München 1988, S. 14f. mit Abb.; Bernd Fäthke, Marianne Werefkin, München 2001, S. 23 mit Abb. S. 27.

Provenienz:

Ehemals Fritz Stöckli, Zürich

Seither in Schweizer Privatbesitz



"Ein Leben ist viel zuwenig für alle die Dinge, die ich in mir spüre" (Marianne von Werefkin). Wie umfangreich Marianne von Werefkins (1860-1938) Repertoire an Malstil und Sujets war, ist an dem hier präsentierten "Bildnis der Vera Repin" im Unterschied zu den bekannteren expressionistischen Bildern der späteren Jahre deutlich zu erkennen. Wahrhaftig gehörte die aus Russland stammende Künstlerin zu den genialsten Malerinnen ihrer Zeit. Für das "schwache Weibe" war es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts keineswegs selbstverständlich, an einer Kunstakademie studieren zu dürfen. Und wenn es doch einer Frau gelang - Werefkin konnte sich in der Tat in Moskau und St. Petersburg einschreiben - an den Kursen einer Kunstschule teilzunehmen, so war ihr doch der Kurs des Aktstudiums verwehrt. Vielfach blieb den talentierten Frauen nur die Möglichkeit - zumindest vorrangig, um einen guten Leumund zu erhalten - Privatunterricht bei einem bereits angesehenen Künstler zu nehmen oder sich einer freischaffenden Künstlerkolonie anzuschliessen, um ihre Maltechniken zu verfeinern. Ähnlich erging es Werefkin. Bereits früh entdeckten ihre Eltern ihr Talent und vermittelten sie zu Ilja Repin (1844-1930), dem bedeutendsten Vertreter des russischen Realismus. Werefkin hat Repin vor allem im Hinblick auf die Malerei viel zu verdanken. Insbesondere für ihren Aufenthalt im Ausland war er sozusagen der Ausweis für eine qualifizierte künstlerische Schulung. Wie intensiv die Beziehung der beiden zueinander jedoch tatsächlich war, bestätigt ein Briefwechsel mit Repin gerade aus der Entstehungszeit dieses hier präsentierten Bildnisses der Vera Repin. Während Werefkin das Bildnis anfertigte, hatte sie eine intensive Liaison mit dem sechszehn Jahre älteren Künstler. Das Gemälde gehört zu Werefkins erster, künstlerisch wichtiger Werkphase in der Zeit vor 1890. In jenen Jahren erhielt sie mit einer solch realistischen Malerei im Zarenreich besondere Anerkennung und damit auch den Beinamen "Russischer Rembrandt". Bedauerlicherweise sind aus dieser Schaffensperiode nur noch einige Werke erhalten, andere sind nur durch Fotos nachweisbar und auch viele gelten - wie auch das hier gezeigte Gemälde lange Zeit - als verschollen.
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